Bezirk
Ein Mann mit weissen Haaren und Brillen steht an einem Rednerpult. Im Hintergrund ein Kreuz. Der Mann trägt ein graues Jacket und ein rosafarbenes Hemd.

Klemmbausteine der methodistischen Kirche

15. Juni 2024

Am Nachmittag des 14. Juni setzten sich die Mitglieder der Jährlichen Konferenz (Kirchenparlament) der methodistischen Kirche noch einmal mit einem Teil des Berichts des Vorstands auseinander.

Der Vorstandsbericht gab einen guten Überblick, welche Themen in den letzten Jahren diskutiert wurden, um gemeinsam Kirche zu bauen. Diese seien – getreu dem Tagungsthema – Ressourcen der Kirche, sagte Co-Präsident Roland Affolter. Der Vorstand sprach dabei von drei «Legosteinen», die aufeinander aufbauen.

Kulturwandel

«Menschen in die Nachfolge Jesus Christus führen, um so die Welt zu verändern». Das ist die Mission, wie die methodistische Kirche in der Schweiz und in Frankreich gemäss ihrer Strategie in der Gesellschaft wirkt. Ein wichtiger «Legostein» sei dabei der Kulturwandel «vom FÜR zum MIT», über den bereits letztes Jahr intensiv diskutiert wurde. Die «Welt» soll verstärkt partizipativ zusammen mit den Menschen ausserhalb der methodistischen Kirchgemeinden verändert werden. Dafür sind jene Themen für die Gemeinden relevant, die die Menschen beschäftigen.

Als gute Beispiele für diese erwünschte Kultur wurden das Projekt «Offenes Haus» der 🔗methodistischen Kirche in Romanshorn und 🔗«Village Mosaïque» in Lausanne genannt.

Verändern und nachfolgen

Pfarrer Simon Zürcher erinnerte in einem Votum die Konferenz an die Entwicklungsschritte in der Formulierung der Mission der methodistischen Kirche. Von «Menschen zu Jüngern zu machen, auf dass die Welt verändert wird», bis zum einem von Roland Affolter provokativ neu formulierten Verständnis, die Welt zu verändern, damit Menschen in die Nachfolge finden. Dabei sei, was «veränderte Welt» heisst, doch gar nicht klar definiert. «Wir verstehen Unterschiedliches darunter!»

Versöhnte Vielfalt

Ein weiterer «Legostein» ist die «Förderung der versöhnten Vielfalt». Der Vorstand hatte sich das Ziel gesetzt, sich nicht nur eine Meinung zum Thema der menschlichen Sexualität zu bilden, sondern die grundsätzliche Frage zu klären, wie wir mit unterschiedlichen, zum Teil diametral gegensätzlichen Positionen umgehen wollen und wie wir trotzdem gemeinsam Kirche sein können. Durch die letzten drei Jährlichen Konferenzen mit Themen zur Vielfalt wurde eine methodistische Identität geklärt. Daraus resultierte die Absichtserklärung «Erweitertes Szenario Kaleidoskop – den Missionsauftrag leben», um gemeinsam in die Zukunft der methodistischen Kirche zu gehen. Für die meisten war diese Vielfalt schon immer wichtig. Durch diesen Prozess trat sie allen Beteiligten noch deutlicher ins Bewusstsein und sie stellten fest, dass sie kein Selbstläufer ist. Die versöhnte Vielfalt zu fördern soll deshalb weiterhin ein strategisches Ziel sein.

Der dritte «Legostein» sind das 🔗Ressourcenmanagement und die 🔗Umweltgerechtigkeit, die allerdings nur die Schweiz betreffen und worüber deshalb bereits am Vortag beraten wurde.

Selbstevaluation auch für den Vorstand

Vor drei Jahren wurde ein Instrument eingeführt, mit dem sich die Bezirke der methodistischen Kirche Schweiz alle drei Jahre selber beurteilen. Für den Vorstand fehlte bisher ein solches Instrument. Deshalb wurde durch eine Arbeitsgruppe aus Christine Bickel, Andreas Burger, Michael Bünger, Marc Nussbaumer, Markus Wenger und Stefan Zolliker Kriterien für den Vorstand definiert, mit denen er jene Themen evaluieren kann, welche er das Jahr durch behandelt.

Der Vorstand findet dieses Werkzeug gut und will es umsetzen. Danach wird er der Tagung berichten. Als nächstes werden nun auch noch Fragen für die zentralen Dienste entwickelt.

Christian Minder / S.F.
Beitragsbild: Roland Affolter vertritt den Bericht des Vorstands. (Foto: S.F. / EMK Schweiz)

Übersichtsseite zur Jährlichen Konferenz

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