Bezirk
An einem Tisch sitzen ein Mann (links) und eine Frau. Vor dem Mann sind Mikrofone.

Laien können mitgestalten

15. Juni 2024

Am Vormittag des 14. Juni tagten die Laienmitglieder der Jährlichen Konferenz (Kirchenparlament) in einer eigenen Sitzung. Es ging um die freiwillige Mitarbeit im Rahmen der methodistischen Kirche.

«Nicht jede Kirche gibt den Laien so viel Mitgestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten wie die methodistische Kirche.» Diese Aussage stand am Anfang der Laiensitzung und prägte das ganze Zusammensein. In einem Referat ging Natascha Bertschinger vom Bereich Gemeindeentwicklung näher darauf ein. Ihre Aussagen waren geprägt von Erkenntnissen aus vielen Jahren Mitarbeit in der Kirche.

Viele Möglichkeiten zur Mitarbeit

Den Auftrag der Kirche zu erfüllen, sei nicht nur Sache der Pfarrpersonen, betonte sie, sondern Sache von allen. Bei jeder Mitarbeit gehe es letztlich darum. Es sei wichtig, dies den Leuten immer wieder in Erinnerung zu rufen.

Die methodistische Kirche bietet Möglichkeiten zu freiwilliger Mitarbeit auf verschiedensten Ebenen an, von der Gemeinde über den Distrikt bis zur Jährlichen Konferenz. Fast alle kirchlichen Gremien setzen sich aus Laien und Pfarrpersonen zusammen.

Aufgaben kennenlernen

Bevor sie generell auf Freiwilligenarbeit in der Kirche einging, befragte Natascha Bertschinger einige der Personen, die als Distrikts- bzw. Konferenzlaienführer tätig sind. Bindeglied sein zwischen den verschiedenen Ebenen der Kirche und Leute vernetzen sei der eine Teil der Aufgabe, wurde erklärt, Laienmitarbeitenden zuhören, sie stärken und fördern die andere. Zu diesem Zweck organisieren die Distriktslaienführer jährlich zwei Schulungs- und Begegnungstage für Mitarbeitende in Ortsgemeinden. Es sind Gelegenheiten zum Lernen, zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch, zum Blick über die eigene Gemeinde hinaus. Die Aufgabe der Konferenzlaienführer ist die Vertretung der Laien in Gremien der Jährlichen Konferenz und die Vernetzung zwischen den Distrikten.

Ausprobieren und Veränderung ermöglichen

Basierend auf eigenen Erfahrungen rief Natascha Bertschinger wichtige Punkte in der Laienförderung in Erinnerung. Mitarbeit in der Kirche sei ein Übungsfeld. Viele seien darüber schon in Aufgaben hineingewachsen. Dabei sei es wichtig, die Leute Ideen ausprobieren zu lassen, denn so bleibe man in Bewegung. Gerade in der Kirche könnten Menschen entdecken, wofür ihr Herz schlage.

Wichtig sei aber auch, dass man genau hinschaue und offen sei für Veränderungen, wenn etwas festgefahren sei. In solchen Situationen seien Laien besonders gefragt, denn oft sind sie länger in einer Ortsgemeinde als Pfarrpersonen und hätten darum eine längere Sicht auf Entwicklungen.

«Freiwillig heisst aber nicht unverbindlich», erklärte Natascha Bertschinger. Wer eine Aufgabe übernehme, müsse diese auch erfüllen. «Wenn wir uns nicht aufeinander verlassen können, geht es nicht», sagte sie deutlich. Manchmal falle es schwer, gegenüber Freiwilligen Kritik zu üben, aber auch das sei wichtig, erklärte sie und fügte an: «Vergesst aber auch das Lob nicht, wenn jemandem eine Aufgabe gut gelungen ist.»

Was brauchen die Laien in der Kirche? Über eine Online-Umfrage konnten die anwesenden Laien erste Antworten geben. Eine kleine Arbeitsgruppe wird das Thema bis Ende 2024 bearbeiten und das Ergebnis an einem gemeinsamen Distriktstag am 25. Januar 2025 zur Diskussion stellen.

Christine Schneider
Beitragsbild: Lea und Markus Hafner leiteten die Sitzung der Laien am Freitagvormittag. (Foto: Screenshot, Livestream)

Übersichtsseite zur Jährlichen Konferenz

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