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Im Zentrum des BIldes ist eine Frau mit halblangem, lockigem Haar und einer Brille an einem Rednerpult zu sehen. Sie blickt nach rechts.

Wie sind die Entscheide der Generalkonferenz zu gewichten?

15. Juni 2024

Am Freitagvormittag hörten die Delegierten der Jährlichen Konferenz (Kirchenparlament) der methodistischen Kirche in Rothrist den Bericht zur Generalkonferenz, dem obersten Leitungsgremium der weltweiten United Methodist Church (UMC). Die Voten aus dem Plenum spiegelten, wie unterschiedlich die dort getroffenen Entscheidungen aufgenommen wurden.

«Es wehte ein neuer Geist…» – Mit diesen Worten nahm Lea Hafner die Delegierten mit in ihren Rückblick zur 🔗Generalkonferenz, die in Charlotte, USA stattgefunden hat. Sie hatte als Delegierte aus der Schweiz an der Tagung teilgenommen.

Ein guter Anfang

Es sei seit vielen Jahren endlich wieder gelungen, einander zuzuhören und einander zu respektieren. Dieser neue Geist ermöglichte es, weitreichende Entscheidungen zu treffen und eine gemeinsame Zukunft der UMC zu entdecken und erste Schritte zu gehen, auch wenn die Gefühlslage bei den Delegierten die ganze Bandbreite von freudig bis enttäuscht umfasste.

Ein guter Anfang sei gemacht.Sie sei dankbar, dass sie Teil davon sein durfte, sagte Lea Hafner. Die Beschlüsse bestätigten zudem das, was die Jährliche Konferenz und die 🔗Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa entschieden haben.

Umstrittene Resolutionen

Die Delegierten der Jährlichen Konferenz reagierten sehr unterschiedlich und vielfältig auf die Berichte der Generalkonferenz. Konsens herrschte bei der Freude an den ersten Schritten zur Regionalisierung und dem Schmerz über die zahlreichen Kirchgemeinden und Personen, die die UMC in den vergangenen Jahren verlassen haben.

Kontrovers und teilweise emotional diskutiert wurden Resolutionen zu verschiedenen Themen wie Abtreibung, Präimplantationsdiagnostik und Israel. Nimmt die UMC immer mehr gesellschaftsliberale Positionen ein oder werden nun einzelne Menschen in ihrer persönlichen Not differenzierter wahrgenommen?

Die Mitte hat gewonnen

Wichtig scheint bei all diesen Beschlüssen zu unterscheiden, was Empfehlungen (Resolutionen) sind und welche Entscheide verbindlich umgesetzt werden müssen (Verfassung). «Nicht alles muss gemacht werden!», war ein Votum. Im Blick auf die Entscheidungen zur menschlichen Sexualität wurde nochmals unterstrichen, dass nicht die Progressiven «gewonnen» haben, sondern die grosse Mehrheit im Zentrum bzw. der Mitte.

Das widerspiegele auch gut, wie die Methodist:innen in der Schweiz in versöhnter Vielfalt miteinander unterwegs seien. Dem entgegen steht «das unreflektierte Kirchenbashing, das in freikirchlichen Medien» gemäss einer Rednerin betrieben wurde. «Dem sollten wir kommunikativ entgegenhalten.»

Miteinander auf einem guten Weg

Bischof Stefan Zürcher betonte abschliessend noch einmal, dass die Methodist:innen in der Schweiz und seinem Bischofsgebiet Mittel- und Südeuropa auf einem guten Weg miteinander sind und verschiedenen Meinungen ihren Platz haben. Im Zentrum stehe «Christus als Quelle des lebendigen Wassers». Diesen Weg gelte es in guter Weise weiterzugehen.

Serge Frutiger / S.F.
Beitragsbild: Lea Hafner berichtet von den Beschlüssen und ihren Eindrücken von der Generalkonferenz. (Foto: S.F. / EMK Schweiz)

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Die Generalkonferenz
Die Generalkonferenz ist das oberste Leitungsgremium der weltweiten Methodistenkirche (🔗United Methodist Church). Die Konferenz kann das Kirchenrecht revidieren und Resolutionen zu aktuellen moralischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen verabschieden. Sie genehmigt auch Programme und Budgets für kirchenweite Aktivitäten.
🔗Vom 23. April bis zum 3. Mai 2024 tagte die Generalkonferenz in diesem Jahr in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina.

 

Zentralkonferenz
In Afrika, Europa und auf den Philippinen bilden die Jährlichen Konferenzen (Kirchenparlamente) einer grösseren Region sogenannte Zentralkonferenzen. Die an eine Zentralkonferenz entsandten Delegierten sind zu gleichen Teilen Laien und pastorale Mitglieder. Die Zentralkonferenz bildet eine administrative Einheit, die die gemeinsame Arbeit und Mission koordiniert und auch ihren Bischof oder ihre Bischöfin wählt. Die Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika ist Teil der 🔗Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa (ZK MSE). Seit 2022 leitet Bischof Stefan Zürcher (Zürich) die ZK MSE.