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Einführung

«Die Kirche ist der Zusammenschluss aller wahrhaft Glaubenden unter Jesus Christus, ihrem Herrn. Sie ist die erlöste und mit der Botschaft der Erlösung in die Welt gesandte Gemeinschaft, in der Gottes Wort durch von Gott berufene Männer und Frauen gepredigt wird und die Sakramente nach der Einsetzung Christi recht verwaltet werden.»

(Verfassung der Evangelisch-methodistischen Kirche)

Die EMK ist eine evangelische Kirche, in der verschiedenste Menschen, die an Jesus Christus glauben, miteinander unterwegs sind. Alle Funktionen und Aufgaben auf allen Ebenen der Kirche stehen uneingeschränkt Frauen und Männern offen.

Dieser Anspruch, dass Frauen und Männer gleiche Möglichkeiten und gleichen Zugang zu allen Funktionen haben, wird in der Realität oft durch praktische Gegebenheiten in der Gesellschaft und im Beruf eingeschränkt oder aus Tradition nicht gelebt. Im Vergleich zu zum Beispiel Ländern wie Schweden ist ein traditionelles Rollenbild von Frau und Mann in der Schweiz noch recht verbreitet. Dies zeigt sich regelmässig in den vom Bundesamt für Statistik erhobenen Zahlen, zuletzt 2017 am Beispiel des Anteils vollzeitlich oder teilzeitlich erwerbstätiger Männer und Frauen.

Wenn Paare zu Familien werden, ist es in den überwiegenden Fällen die Frau, die die Erwerbstätigkeit reduziert oder ganz aufgibt. Bei Paaren, die sich einer Freikirche zugehörig fühlen, ist diese Tendenz zu einem konservativen Familienbild höher. Solche Gegebenheiten machen es für die EMK nicht einfach, Frauen zu fördern und Männern und Frauen zu ermöglichen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Frauen, die nach der Gründung einer Familie ihre Berufung als Pfarrerin weiterhin leben, sind in der EMK leider noch selten. Frauen, die sich in höhere Leitungsaufgaben berufen lassen, sind ebenfalls schwer zu finden.

Die EMK will die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche besser verwirklichen. Deshalb hat sie zusammen mit der Fachstelle Familie UND Beruf einen Prozess angestossen. Dieser soll zu einem allgemein höheren Bewusstsein führen dass Frauen und Männer mit ihren von Gott gegebenen Fähigkeiten einen wichtigen Platz in der Kirche haben und ihn einnehmen sollen. Es geht jedoch nicht um eine blosse Bewusstseinsförderung: Dazu gehört, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestärkt wird, und dass Frauen ermutigt werden, in kirchliche Aufgaben einzusteigen. Männer sollen dazu ermuntert werden, zu Gunsten von Familienbetreuungszeit auch die Möglichkeit von Teilzeitarbeit zu prüfen.

Im Februar 2019 wurde der EMK in der Schweiz zum ersten Mal das Prädikat «Familie UND Beruf» verliehen.

Dieser Auszeichnung ging Arbeit voraus: Akzente, die die EMK schon lange setzt und lebt, wurden durch Bewusstmachen verstärkt. Neue Akzente zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden gesetzt.

Diesen Weg will die EMK weiterverfolgen.